12.10.10 | Wie uns die Seifenoper in ihren Bann zieht
Erfolgsrezept Daily Soap
Moderator Thomas Schmieder ist neugierig, was der ehemalige GZSZ-Chefautor Julius Grützke über die Serie zu berichten hat. Foto: Medienforum Mittweida 2010\Martin Kisza
"Der Film ist wie das Leben – die langweiligen Szenen herausgeschnitten." Etwa 35.000 Komparsen, 88 Liter Make-up und 20 Liter Filmblut, das ist die Bilanz nach 18 Jahren "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten". Dieses Jahr feiert GZSZ seine 4500. Folge: Zeit, das Phänomen der Seifenopern etwas näher zu beleuchten.
GZSZ hat die Fernsehlandschaft geprägt, Millionen fiebern jeden Abend mit ihren Lieblingscharakteren mit. "Das Grundkonzept der Daily Soaps immer ist gleich", so der ehemalige GZSZ-Chefautor Julius Grützke: Eine kleine Gemeinschaft, zum Beispiel in einer WG oder Arbeitskollegen, und eine ordentliche Portion Konflikte. Als Hauptpersonen einen Sunnyboy, Typ "großer Bruder", ein abgrundtief böses Weibsbild und einen gutmütigen Trottel. Mehr Dialoge, weniger rasante Actionszenen, da für diese das Geld fehlt. Oft scheint die Grenze zwischen täglichen Leben und Fiktion bei manchen Zuschauern komplett zu verschwinden. "Da wurde mal eine Schauspielerin im Supermarkt geohrfeigt, wegen der Intrigen, die sie in der Serie gesponnen hat."
Gab es vor 18 Jahren noch eine übersichtliche Seifenopernlandschaft, so werden heute jedes Jahr dutzende neue Serien produziert. Das drückt die Quoten und erhöht den Konkurrenzdruck. Für deutsche Sender ist der Einkauf von amerikanischen Produktionen billiger, obwohl diese weitaus aufwendiger und teurer produziert werden. So kostet eine GZSZ-Folge rund 100.000 Euro, während die Krankenhaus-Comedyserie "Scrubs" mit zwei Millionen Dollar ins Budget fällt. Mehr Geld für die Sender verspricht sich Grützke von einer Lockerung des Verbots von Product-Placement. "Wir möchten einfach eine echtere Welt zeigen und wenn sich die Protagonisten dafür jeden Morgen bei McDonalds treffen, dann ist das okay."
GZSZ hat die Fernsehlandschaft geprägt, Millionen fiebern jeden Abend mit ihren Lieblingscharakteren mit. "Das Grundkonzept der Daily Soaps immer ist gleich", so der ehemalige GZSZ-Chefautor Julius Grützke: Eine kleine Gemeinschaft, zum Beispiel in einer WG oder Arbeitskollegen, und eine ordentliche Portion Konflikte. Als Hauptpersonen einen Sunnyboy, Typ "großer Bruder", ein abgrundtief böses Weibsbild und einen gutmütigen Trottel. Mehr Dialoge, weniger rasante Actionszenen, da für diese das Geld fehlt. Oft scheint die Grenze zwischen täglichen Leben und Fiktion bei manchen Zuschauern komplett zu verschwinden. "Da wurde mal eine Schauspielerin im Supermarkt geohrfeigt, wegen der Intrigen, die sie in der Serie gesponnen hat."
Gab es vor 18 Jahren noch eine übersichtliche Seifenopernlandschaft, so werden heute jedes Jahr dutzende neue Serien produziert. Das drückt die Quoten und erhöht den Konkurrenzdruck. Für deutsche Sender ist der Einkauf von amerikanischen Produktionen billiger, obwohl diese weitaus aufwendiger und teurer produziert werden. So kostet eine GZSZ-Folge rund 100.000 Euro, während die Krankenhaus-Comedyserie "Scrubs" mit zwei Millionen Dollar ins Budget fällt. Mehr Geld für die Sender verspricht sich Grützke von einer Lockerung des Verbots von Product-Placement. "Wir möchten einfach eine echtere Welt zeigen und wenn sich die Protagonisten dafür jeden Morgen bei McDonalds treffen, dann ist das okay."
Benjamin
AhlbornKünstler-Manager
Norbert
GastellSynchronsprecher, u.a. "Homer Simpson"
Nicolas Alexander
BöllPressesprecher Interessenverband Synchronschauspieler (IVS)
Günter
BartschGeschäftsführer Netzwerk Recherche
Marko
DörreAnwalt
Dr. Hendrik
SpeckProfessor für "Digital Media" University of Applied Sciences Kaiserslautern
Jürgen
BurghardtDirector LANG ACADEMY
Wolfgang
BüscherBuchautor, Journalist



