12.10.10 | Was kommt nach "Bauer sucht Frau" und "DSDS"?
Neue Formate braucht das Land!
Es bedarf viel Mut für neue Formate - dem widersprach auf dem Podium niemand. Foto: Medienforum Mittweida 2010\Jan Schulze
Andreas Türck fasste das Geschehen der deutschen Fernsehlandschaft zusammen: "Es entwickelt sich nichts mehr."
Neue Formate braucht die deutsche Fernsehlandschaft – doch woher nehmen? Die "Bauer sucht Frau"-Produzentin Katrin Löschburg gibt zu bedenken: "Wir können das Rad gar nicht neu erfinden", seit Jahren gebe es dieselben Formen wie Talk, Doku oder Fiktion. Die einzige Möglichkeit für Innovation bieten laut Löschburg "Hybridformate, in denen man bestehende Formen neu mischt. Dabei müssen wir herausfinden, was gesellschaftlich gerade relevant ist." Für die Qualität des Fernsehprogramms sei sie letztendlich aber nicht verantwortlich. "Formate haben eine Berechtigung, wenn sie ein Publikum finden. Das zu kritisieren ist als Auftragsproduzentin nicht meine Aufgabe", so Löschburg. "Ich hindere keinen daran, arte statt RTL zu gucken", fügt sie hinzu.
"Traurig" fand diesen Ansatz Fernsehautor Matthias Schmitt: "Es muss unser Anspruch sein, das Rad neu zu erfinden." Genau das werde aber in Deutschland nicht gemacht. Als Vorbild für Innovation im TV-Bereich führt Schmitt den US-amerikanischen Fernsehanbieter HBO an. Mit weltweit erfolgreichen Eigenproduktionen wie den Serien "The Sopranos", "Sex and the City" oder "True Blood" richtet sich der Pay-TV-Service nicht nach bereits existierenden Formaten, sondern realisiert ständig neue Konzepte. "Jede Serie ist ein eigener Kosmos, es wird nicht ständig kopiert", meint Schmitt.
Fehlender Mut
Warum eine ähnliche Vorgehensweise in Deutschland scheitert, erklären sich die vier Referenten Matthias Schmitt, Katrin Löschburg, Andreas Türck und Christoph Schwab unterschiedlich – für Türck liegt es am fehlenden Mut: "Angst ist der schlimmste Gegner. Wir müssen uns trauen, neue Sachen auszuprobieren." Andere machen die begrenzten finanziellen Mittel verantwortlich. Doch da hält Matthias Schmitt entgegen: "Man kann auch billiges Fernsehen gut machen."
Als wichtigen Schritt in Richtung Innovation sieht Andreas Türck interaktive Formate. Mit "BUNTE life" entwickelte sein Unternehmen "pilot entertainment" eine Sendung, in die Zuschauer über diverse Dienste wie Skype oder eine Shoutbox direkt eingebunden werden können. "Das Internet ist das Leitmedium Nummer Eins bei jungen Leuten und im Gegensatz zum Fernsehen passiert da immer etwas Neues", erklärt Türck. "Wir haben hier nichts neu erfunden, sondern nur Interaktionsmöglichkeiten in eine Fernsehsendung integriert." Vielleicht kann wirklich niemand das (Fernseh-)Rad neu erfinden – doch kreative Köpfe sollten dafür sorgen, dass es runder läuft.
Neue Formate braucht die deutsche Fernsehlandschaft – doch woher nehmen? Die "Bauer sucht Frau"-Produzentin Katrin Löschburg gibt zu bedenken: "Wir können das Rad gar nicht neu erfinden", seit Jahren gebe es dieselben Formen wie Talk, Doku oder Fiktion. Die einzige Möglichkeit für Innovation bieten laut Löschburg "Hybridformate, in denen man bestehende Formen neu mischt. Dabei müssen wir herausfinden, was gesellschaftlich gerade relevant ist." Für die Qualität des Fernsehprogramms sei sie letztendlich aber nicht verantwortlich. "Formate haben eine Berechtigung, wenn sie ein Publikum finden. Das zu kritisieren ist als Auftragsproduzentin nicht meine Aufgabe", so Löschburg. "Ich hindere keinen daran, arte statt RTL zu gucken", fügt sie hinzu.
"Traurig" fand diesen Ansatz Fernsehautor Matthias Schmitt: "Es muss unser Anspruch sein, das Rad neu zu erfinden." Genau das werde aber in Deutschland nicht gemacht. Als Vorbild für Innovation im TV-Bereich führt Schmitt den US-amerikanischen Fernsehanbieter HBO an. Mit weltweit erfolgreichen Eigenproduktionen wie den Serien "The Sopranos", "Sex and the City" oder "True Blood" richtet sich der Pay-TV-Service nicht nach bereits existierenden Formaten, sondern realisiert ständig neue Konzepte. "Jede Serie ist ein eigener Kosmos, es wird nicht ständig kopiert", meint Schmitt.
Fehlender Mut
Warum eine ähnliche Vorgehensweise in Deutschland scheitert, erklären sich die vier Referenten Matthias Schmitt, Katrin Löschburg, Andreas Türck und Christoph Schwab unterschiedlich – für Türck liegt es am fehlenden Mut: "Angst ist der schlimmste Gegner. Wir müssen uns trauen, neue Sachen auszuprobieren." Andere machen die begrenzten finanziellen Mittel verantwortlich. Doch da hält Matthias Schmitt entgegen: "Man kann auch billiges Fernsehen gut machen."
Als wichtigen Schritt in Richtung Innovation sieht Andreas Türck interaktive Formate. Mit "BUNTE life" entwickelte sein Unternehmen "pilot entertainment" eine Sendung, in die Zuschauer über diverse Dienste wie Skype oder eine Shoutbox direkt eingebunden werden können. "Das Internet ist das Leitmedium Nummer Eins bei jungen Leuten und im Gegensatz zum Fernsehen passiert da immer etwas Neues", erklärt Türck. "Wir haben hier nichts neu erfunden, sondern nur Interaktionsmöglichkeiten in eine Fernsehsendung integriert." Vielleicht kann wirklich niemand das (Fernseh-)Rad neu erfinden – doch kreative Köpfe sollten dafür sorgen, dass es runder läuft.
Dr. Hendrik
SpeckProfessor für "Digital Media" University of Applied Sciences Kaiserslautern
Barbara
Dickmannu. a. ehem. Redaktionsleiterin "ML Mona Lisa"
Günter
BartschGeschäftsführer Netzwerk Recherche
Dr. Johannes
BeermannStaatsminister und Chef der Staatskanzlei im Freistaat Sachsen
Benjamin
AhlbornKünstler-Manager
Nicolas Alexander
BöllPressesprecher Interessenverband Synchronschauspieler (IVS)
Wolfgang
BüscherBuchautor, Journalist
Norbert
GastellSynchronsprecher, u.a. "Homer Simpson"



